Der große Traum des kleinen Fritz

Er hat viel von der Welt gesehen, hat einige der größten Kletterparks in Deutschland mitgebaut. Jetzt will Thorsten Silberhammer (bekannt unter dem Namen Fritz) seinen großen Traum wahr machen: In Geiselwind entsteht Europas größter Kletterwald. In fünf Jahren soll es so weit sein.

„Die Bedingungen hier sind ideal“, sagt Fritz und schaut vom höchsten Punkt der „Erlebniswelt“ hinab ins Tal. Ein paar hundert Meter weiter unten glänzen die Fassaden des Autohofes Strohofer im Licht, die nahe Autobahn ist kaum zu hören. Bei einem Trucker-Event in Geiselwind haben sich der Mann aus dem Erzgebirge und die Familie Strohofer kennengelernt. Fritz und seine Frau Moni waren mit ihrem „Kletterbaum“ angereist. „Die Chemie hat gleich gestimmt“, sagt der Mann, der sein Alter mit einem Augenzwinkern irgendwo zwischen 30 und 60 Jahre angibt. Im Frühjahr ist der erste, kleine Teil der Erlebniswelt eröffnet worden. Etwa fünf Hektar groß umfasst er gerade mal drei Prozent des geplanten Gesamtareals. 180 Hektar soll das Gesamtprojekt umfassen. Das entspricht in etwa der Größe von 250 Fußballfeldern. Vom Hang oberhalb des Strohofer-Areals bis hinunter ins Tal und wieder zurück soll sich das Kletterparadies ziehen. Sieben Erlebniswelten plant Fritz, je eine für jeden Kontinent. „Und überall wird es landestypische Schlafmöglichkeiten und Essensangebote geben“, kündigt er an.

 

Erlebniswelt StrohoferEin Kletterwald auf zwei Ebenen ist bereits entstanden, ein Bogenparcours mit Bogenschießstand und zwei Tipis, in denen Familien oder Gruppen übernachten können. Vor den rund sechs Meter hohen Indianerzelten liegen die Holzscheite schon bereit für das Lagerfeuer, auf dem Stockbrot und Würstchen zubereitet werden können. Mit Holzboden und indianischer Dekoration sind die Tipis eingerichtet. „Mit Isomatten und Schlafsack lässt es sich hier wunderbar übernachten“, versichert Fritz, der in einem der beiden Tipis häufig selbst schläft.

An Pfingsten ist die Erlebniswelt in Geiselwind eröffnet worden. Fritz und Moni sind mit der Resonanz zufrieden. Viele Kindergeburtstage werden abgehalten. Im August klettern auch viele Ferienpasskinder in der Anlage.

 

Erlebniswelt Strohofer„Das passt wunderbar in unser Konzept“, freut sich Ruth Strohofer. Nach und nach hat die Familie rund 180 Hektar rund um den Autohof gekauft und die Baugenehmigung für einen „Life-Park“ erhalten. „Die Gäste sollen hier die Natur mit allen Sinnen erfahren und in der Natur Kraft schöpfen“, formuliert Ruth Strohofer die Zielsetzung. Weg vom Handy, weg vom iPhone. Gerade für Kinder sei das dringend geboten. „Dafür müssen wir allerdings auch entsprechende Angebote schaffen“, weiß sie.

Die Ferienpasskinder aus Lülsfeld und Schallfeld, die an diesem sommerlichen Tag in der Erlebniswelt zu Gast sind, denken keine Sekunde an ihr Handy. Sie sind viel zu beschäftigt damit, die Herausforderungen des Kletterparcours zu meistern. „Kannst Du mir mal helfen, Fritz?“, fragt die siebenjährige Fria. Und schon hakt der gelernte Industriekletterer den Karabiner in das nächste Seil ein. „Sicherheit ist das Wichtigste“, sagt er. Keines der rund 25 Kinder darf deshalb alleine durch den Kletterwald laufen, in Gruppen sind die Kinder unterwegs, immer beobachtet von Fritz, Moni und ihrem Mitarbeiter Simon.

Im Erzgebirge ist der „kleine Fritz“ aufgewachsen, das Klettern hat er quasi mit der Muttermilch eingesogen. Der alte Fritz (sein Großvater) und der große Fritz (sein Vater) sind ebenfalls begeisterte Kletterer gewesen. Seit etwa 20 Jahren ist der gar nicht so kleine Fritz nun Industriekletterer – Level 3. „Mehr geht nicht“, sagt er.

 

Erlebniswelt StrohoferWas ihn am Klettern reizt? Fritz muss nicht lange überlegen. „Jeder Muskel wird angestrengt“, sagt er. „Und du musst ständig an deine Grenzen und darüber hinaus gehen.“ Das lässt sich schon im Kleinen und bei den Kleinen beobachten. Ein Ferienpasskind hat erkenntlich Angst, über das wippende Hindernis in fünf Metern Höhe zu laufen. Fritz und seine Mitarbeiter bestärken die Kleine, ein älteres Kind reicht ihr die Hand. Wenig später steht das Mädchen fröhlich lachend wieder in der Schlange und will gleich noch einmal über die schlingernden Holzbalken laufen. „Die Kinder lernen hier automatisch zuzuhören, sich gegenseitig zu helfen und gemeinsam Hindernisse zu überwinden“, sagt Fritz. Etwaige Berührungsängste sind schnell vergessen.

Eines ist schnell ersichtlich: Langeweile hat in der Erlebniswelt in Geiselwind keine Chance – und das dürfte auch in den kommenden Jahren so bleiben. „Wir haben viele Ideen“, versichert Ruth Strohofer. „Hier werden Dinge entstehen, die es in dieser Art woanders nicht gibt“, kündigt sie an. Geiselwind soll vom Durchreiseziel zum eigentlichen Ziel für Gäste werden. Konkreter könne sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht werden.

 

Erlebniswelt StrohoferFritz kann da schon mehr verraten: Nachtklettern will er anbieten, Bogenschießen mit Fackeln und wenn es im Winter mal richtig kalt wird, dann will er einen künstlichen Eisberg bauen, auf dem die Gäste klettern können. Bei diesen Plänen kann man der kleinen Fria nur zustimmen, die am Ende des Kletterparcours mit großen Augen versichert: „Das war richtig cool.“

Kontakt:
Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.erlebniswelt-strohofer.de.
Buchungen nehmen Fritz und Moni unter Tel. 0173/ 89 33 88 3 an.

Autor: Ralf Dieter | Fotos: Erlebniswelt Strohofer

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